DANKO JONES - POWER TRIO

Release Date: 
27.08.2021
Label/Vertrieb: 
Mate In Germany / Tonpool

 

Fotos: Dustin Rabin

 

„Rocksongs sind einfach zu schreiben.“ Wer könnte es besser wissen als das kanadische Enfant terrible Danko Jones? Gesagt, getan! Mitten in der schlimmsten Pandemie der Neuzeit veröffentlicht die Hardrock-Band um den eloquenten Namensgeber ihr zehntes Studioalbum „Power Trio“. Nomen est omen. Denn der prägnante Titel gibt nicht nur die Marschrichtung der elf Songs vor, er feiert auch gleichzeitig das 25-jährige Jubiläum einer kompromisslosen Band, die seit einem Vierteljahrhundert auf Trends und Moden genauso wenig Wert legt wie Motörhead und AC/DC. Danko Jones sind ebenfalls wie ein eingetragenes Markenzeichen, Stil und Sound sofort erkennbar. Eigentlich hätte 2021 ein Festjahr werden sollen. Nun ist alles anders, Covid-19 hat brutal auf die Bremse getreten. Wie geht eine Live-Band damit um, wenn einem der natürliche Lebensraum, in diesem Fall also die Bühnen der Welt, nicht mehr zur Verfügung steht? „Es ist eine Herausforderung“, sinniert Bandboss Danko Jones. „Wir waren bis Februar 2020 auf Tour, hatten schon Teile der neuen Songs geschrieben und dann war plötzlich Schluss. Statt im Proberaum zu jammen, wie wir das immer machen, mussten neue Wege her. Das war zu Beginn nicht einfach.“

Aber die Technik machte es möglich: Das Demo zu 'Blue Jean Denim Jumpsuit' entstand komplett während des Lockdowns und das Ergebnis war so gut, dass Danko davon überzeugt war, „das ganze Album so hinzubekommen.“ Natürlich dauerte es länger als sonst, Danko Jones sind aber trotzdem keine Band, die vier Jahre braucht, um den richtigen Drum-Sound zu finden. „Wir sind keine Studiocracks, wir gehören auf die Bühne.“ Der Kanadier gibt offen zu, dass er in Bezug auf die aktuelle Technik nicht immer ganz auf Ballhöhe sei, aber „unser Bassist JC (aka John Calabrese) hat mich mit Equipment versorgt, sodass ich in der Lage war, meine Gitarre auch zuhause aufzunehmen.“ Auch wenn dies länger dauerte, es sei ein Luxus gewesen, sich auch einmal mehr Zeit nehmen zu können. Dasselbe gilt für die Texte. Man könnte annehmen, aufgrund der Quarantäne fehlte es an Inspirationen. Weit gefehlt! „Wenn man zuhause sitzt, verändern sich die Perspektiven. Stücke wie 'I Want Out', 'Let’s Rock Together' und 'Start The Show' sind natürlich durch den Lockdown geprägt und erklären sich von selbst, aber 'Raise Some Hell' zum Beispiel bezieht sich auf den Mord an George Floyd und die folgenden ‚Black Lives Matter‘-Proteste in Nordamerika.“ Eigentlich hätte man 'Start The Show' als Opener erwartet, aber „'I Want Out' ist ein solch explosiver Song, er musste der erste sein.“ Und mit 'Start The Show' als letztem Stück bilden beide einen Rahmen, den man so kaum besser hinbekommen kann. Auch der Titel „Power Trio“ bringt die Sache auf den Punkt: Im Gegensatz zur quälenden Suche beim Vorgänger „A Rock Supreme“ (2019) waren sich alle sofort einig: „Es sollte alles etwas simpler sein: Wir sind beim zehnten Album, es ist unser 25-jähriges Jubiläum als Band, auch das Cover ist eher einfacher gehalten. Das ergibt alles einen Sinn.“

„Power Trio“ ist trotz aller Hindernisse während der Entstehung also wieder ein furioses Gesamtkunstwerk aus dem Hause Danko Jones, das mit elf Stücken und knapp 40 Minuten Spielzeit erneut beweist, wie man mit simplen Mitteln auch in schwierigen Zeiten für gute Laune sorgen kann. Der explosive Opener 'I Want Out' dürfte jedem Fan zutiefst aus der Seele sprechen, der Up Tempo-Rocker 'Good Lookin‘' behandelt das typische Danko Jones-Thema Frauen. Nicht ganz so vorhersehbar dürfte 'Saturday' sein, eine ironische Hommage an Elton Johns 'Saturday Night’s Alright (For Fighting)'. Mit der eingängigen Single 'Ship Of Lies' gelingt der Band ein zukünftiger Klassiker, das straighte 'Raise Some Hell' wird bestimmt auch seinen Platz im Live-Set bekommen. 'Blue Jean Denim Jumpsuit' beschreibt wieder die Faszination für die holde Weiblichkeit, während 'Get To You' sich über Selbstverwirklichung auslässt. „Viele meiner Songtexte benutze ich, um mich zu motivieren. Es macht Spaß, laut herauszubrüllen, was man denkt.“ Hört man 'Dangerous Kiss' (eine Anlehnung an den Gitarren-Sound der frühen Kiss) und auch andere Texte, könnte man den Eindruck bekommen, Mr. Jones habe ein Problem mit Beziehungen. „Das ist nicht der Fall, ich habe meine schlechten Erfahrungen gemacht wie jeder andere auch, aber mit zunehmendem Alter wird man auch etwas gelassener. Ich muss aber auch sagen, dass gerade die Beziehungssongs die größte Reaktion bei den Fans hervorrufen. Auf der anderen Seite sind sie eine gute Therapie, definitiv aber billiger als eine.“ Einer von Dankos Lieblingen auf dem Album ist 'Let’s Rock Together' und erklärt sich von selbst. 'Flaunt It' entstand vor der Pandemie, ein typischer Danko-Mitreißer, selbstbewusst vorgetragen, wie man es kennt. Den würdigen Schlusspunkt setzt 'Let’s Start The Show', nicht nur das längste Stück der Scheibe, sondern auch das einzige mit einem Gast: Das Solo stammt von niemand Geringerem als Phil Campbell (Motörhead). „Wir sind gute Freunde, Motörhead waren eines der größten Power-Trios aller Zeiten. Auch das passt perfekt zum Thema des Albums.”

Es ist das zehnte in 25 Jahren Bandbestehen. Natürlich hätte Danko selbst niemals daran gedacht, so lange im Geschäft zu sein. „Wir kamen damals aus dieser Garagen-Rock-Ecke, es war eine sehr vitale Szene, man legte Wert auf Performance. Als Bands wie die New Bomb Turks dann auf Epitaph landeten, war es wie ein Startsignal. Als wir uns dann so etwas wie eine größere Gefolgschaft erspielt hatten, kamen die ganzen Typen von den Labels, die unsere Favoriten herausgebracht hatten und wollten uns erzählen, wie wir zu klingen hatten. So etwas erwartet man von den großen Majors, aber nicht von denen. Damals, Ende des Jahrtausends, habe ich zwei Jahre an mir gezweifelt, bis ich die Kurve wieder gekriegt habe. Seitdem lasse ich mir nichts mehr von irgendwem erzählen, wir ziehen unser Ding durch! Danko Jones sind Danko Jones: Einige Songs klingen wie Garagen-Rock, andere wie Punk, andere haben Classic Rock-Elemente.“ Mit dieser Mischung hat sich die Band vor allem in Europa eine solide Anhängerschaft erspielt, was am Anfang hierzulande überhaupt nicht danach aussah: „Unser erster Gig in Deutschland fand 2001 in Köln im Underground statt, da gab es noch die Deutsche Mark. Es kam ein einziger Zuschauer, in einem Dwarves-Shirt. Als wir später den Club ausverkauften, fühlte sich das wie ein Sieg an. Als wird dann mit den Backyard Babies tourten, waren die Würfel gefallen, seitdem haben wir nicht mehr zurückgeschaut.“ Danko Jones haben im letzten Vierteljahrhundert auf sechs von sieben Kontinenten gespielt, sie waren und sind eine Bereicherung für jedes Festival. Der Namensgeber selbst ist mit vielen Musikern aus allen Genres befreundet, freut sich noch heute wie ein Fanboy, Lemmy und Billy F. Gibbons kennengelernt zu haben. Der Musiker ist eine Marke, hat genauso viel Spaß an Spoken Word-Auftritten (Wacken 2012) wie am Verfassen von Magazin-Artikeln oder an seinen populären Podcasts. Wäre das nicht ein zweites Standbein? Auf der Bühne, nur mit einem Mikro? „Ironischerweise fühle ich mich auf der Bühne sehr sicher, von Beginn an. Lampenfieber kenne ich nicht. Aber ich weiß nicht, ob ich mich ohne Gitarre wirklich wohl fühlen würde. Ich kann gut mit dem Publikum, ja. Aber ohne Musik würde etwas fehlen. Ich bin kein Comedian.“ Und da Rocksongs leicht zu schreiben sind, sollte er damit bitte schön noch lange weitermachen.      

 

Jörg Staude (Rock Hard/Classic Rock)

 

Line Up:

Danko Jones  – Vocals, Guitars

John ‘JC’ Calabrese – Bass Guitar

Rich Knox – Drums

 

Diskographie (Studioalben):

Born A Lion (2002)

We Sweat Blood (2003)

Sleep Is The Enemy (2006)

Never Too Loud (2008)

Below The Belt (2010)

Rock And Roll Is Black And Blue (2012)

Fire Music (2015)

Wild Cat (2017)

A Rock Supreme (2019)

Power Trio (2021)

 

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