LORD DYING - MYSTERIUM TREMENDUM

Release Date: 
26.04.2019
Label/Vertrieb: 
eOne / SPV

FOTOCREDIT: Alyssa Herrman

 

 

„Ursprünglich hatten wir vor, ein Album über das Thema Leben zu schreiben, aber dann wurde es doch eins über den Tod”, erklärt Lord Dying-Gitarrist und -Sänger Erik Olson zum dritten Studio-Album Mysterium Tremendum.

Obwohl sich die Platte als Doppel-Konzept-LP also um den Tod dreht, beschäftigt sie sich im Prinzip mehr damit, wie es denn auf der anderen Seite aussieht und was uns dort eventuell erwartet. Ein Thema, das die Metal-Band weit auswalzt und Aspekte ausgräbt, wie ängstlich man sich in unserem Kulturkreis generell mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzt. Die Ideen dazu diskutiert das Quartett aus Portland/Oregon schon länger, aber es passt erst jetzt so richtig ins Konzept. Vielleicht auch, weil es die Band schon so lange gibt:

Denn im Prinzip kennen sich die beiden Gründungsmitglieder Olson und Gitarrist Chris Evans schon seit der fünften Klasse, als sie zusammen mit der Musik anfangen. Lord Dying gibt es also schon lange, bevor sie überhaupt einen Namen geschweige denn einen Plattenvertrag haben. Sie werden buchstäblich ins kalte Wasser geworfen, als eine andere Band aus ihrer Heimatstadt, die legendären Red Fang, sie 2010 dazu überreden, als deren Support einige Shows zu bestreiten.

Mit Jon Reid am Schlagzeug und Bassist Don Capuano nehmen sie eine erste EP auf, mit der sie dann 2011 zusammen mit Witch Mountain und Red Fang durch Nordamerika touren. Das Interesse größerer Plattenfirmen lässt nicht lange auf sich warten und 2013 erscheint das Debüt Summon The Faithless, das sie auf kurzen Touren mit Down und Ghost promoten. Danach geht es weiter als Support von Corrosion Of Conformity, Valient Thorr sowie zwei Europa-Reisen mit Red Fang und einem Auftritt auf dem Roadburn Festival in den Niederlanden. 2015 schließlich kommt mit Poisoned Altars die zweite Platte auf den Markt, es schließen sich Touren mit Crowbar, Weedeater, Misery Index und Toxic Holocaust an. In Kanada, Großbritannien und Europa spielt man zusammen mit Cancer Bats. Anschließend wechselt die Rhythmussektion, Bassist Matt Price und Drummer Chase Manhattan komplettieren das neue Line-Up, der Album-Zyklus wird mit einer weiteren Europa-Tour im Vorprogramm von Voivod und Entombed A.D. abgeschlossen.

Mysterium Tremendum ist nun das entscheidende dritte Album, das Olson und Evans schon von Beginn an machen wollen. Es ist auch keine Überraschung, dass es musikalisch das bisher abwechslungsreichste in der Karriere von Lord Dying ist. Man kann nämlich schon nach den beiden Vorgängern ahnen, wohin der Weg der Band führen würde. „Das neue Album ist eigentlich genau das, was wir schon eher machen wollten”, meint Evans.

Denn Lord Dying haben schon auf den ersten beiden Werken angefangen, ihre musikalische Bandbreite zu erweitern, mit launischen Überleitungen und Olsons verbesserter Stimme. Laut Olson bringt dann die Entscheidung, ein Konzeptalbum zu schreiben, Evans und ihn dazu, die Themen auf Musik- und Textebene anzugleichen. Man kann dies in Songs wie “The End Of Experience” oder “Severed Forever” exemplarisch heraushören: Olson verdoppelt seine Melodiebögen, bevor er wieder zu seinem Markenzeichen, dem klassischen Grunzen, zurückkehrt. Kürzere Intermezzi wie “Tearing The Fabric Of Consciousness” und “Even The Darkness Went Away” sind ebenfalls erstaunlich ausgefallen und wirken eher zerbrechlich, im Gegensatz zu allem, was die Band vorher zustande gebracht hat.

Geschrieben werden die Songs von Olson und Evans über einen Zeitraum von fast anderthalb Jahren, man benutzt programmierte Drums und schickt sich die Ergebnisse über das Internet hin und her. Olson dazu: „Es war das erste Mal, dass wir die Stücke quasi wie unter einem Mikroskop seziert haben.“ Allerdings sind die Songs alles andere als fertig, als sie nach Los Angeles fliegen, wo sie dann in den West Valley Recording Studios im August 2018 mit Engineer Mike Plotnikoff (Fear Factory, In Flames u.a.) aufgenommen werden. Zusammen mit dem aus LA stammenden Matt Price und Chase Manhattan geling es ihnen aber schnell, die Stücke zum Leben zu erwecken, wie es so schön heißt. Das Ergebnis ist großartig und makellos.  

Mysterium Tremendum ist nämlich ein emotionales Album  geworden, sowohl von den Texten als auch von der Musik her. Die Erforschung des Todes geht aber weiter und tiefer als der Wunsch danach, um zu sehen, was nach ihm kommt. “Lacerated Psyche” zum Beispiel handelt vom Tod von Evans Schwester. Es gibt viele Facetten auf diesem Album—man könnte leicht Parallelen zwischen dem Konzept und dem Leben an sich feststellen. Es ist eine Reise, bei der es um den Tod geht. In anderen Worten: Lord Dying haben ein neues Leben gefunden.

 

Erik Olson - guitar/vocals

Chris Evans - guitar

Matt Price - bass

Chase Manhattan - drums

 

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