KARNIVOOL - SOUND AWAKE

Submitted by praktikant on Thu, 12/17/2009 - 17:09.

KARNIVOOL - SOUND AWAKE
VÖ: 05.03.2010
Label/ Vertrieb: SONY Music
Presse/ Online Promotion

“Introducing the progressive rock album of the year” Guitarist UK

“…a little short of breathtaking. This is genuinely impressive stuff” Kerrang (4 K’s)

Als die fünf Musiker aus Perth im April 2005 mit einem Album namens „Themata“ erstmals auf der Bildfläche erschienen, waren zwei Dinge sofort augenfällig. Erstens hatten Karnivool eine Platte abgeliefert, die die Latte für Heavy Rock in Australien auf einen Schlag extrem hoch legte. Und zweitens war klar, dass Karnivool erfolgreich sein würden.. Einerseits prachtvoll und hymnisch, andererseits aber auch progressiv in jedem Wortsinn, war „Themata“ reich an Bombast-Rock-Momenten, elektrisierender Glückseligkeit, kombiniert mit virtuosen Gitarrenpassagen, innovativem Riffing, experimentell gestimmten Instrumenten, verblüffender Taktierung und Gänsehaut-erzeugenden Melodien. Auch live war die Band einzigartig. Als absolutes Trumpfass entpuppten sich dabei die charismatische Bühnenpräsenz und die meisterhaften, gesanglichen Fähigkeiten von Frontmann Ian Kenny.

Karnivool online
Karnivool Myspace

In den folgenden Jahren tourte die Band fleißig, trat überall in Australien in ausverkaufen Hallen auf und erspielte sich schnell eine eingeschworene Fan-Gefolgschaft. 2007 wurde die Band bei den „WAMi Awards“ fünfmal ausgezeichnet: (u.a. „Most Popular Act”, „Most Popular Live Act”). Bei diversen großen Rockfestivals down under war die Band der unumstrittene Publikumsmagnet. Und nach mehr als 32.000 verkauften Exemplaren schlossen Karnivool einen internationalen Lizenz-Deal ab, der eine Veröffentlichung des Longplayers in den USA, Großbritannien, Kanada und Mexiko vorsah. Plötzlich war die kleine Prog-Rock-Band aus Perth einer der größten Acts ihres Kontinents.

Mit ihrem zweiten Album hatte sich die Band der Herausforderung zu stellen: Vier lange Jahre waren seit dem Debütalbum ins Land gegangen und die Fans dürsteten nach mehr ‘Vool-Material.
Ende 2008 wagte sich die Band schließlich an die Aufgabe und engagierte erneut „Themata“ Produzenten Forrester Savell (u.a. The Butterfly Effect, Dead Letter Circus). Sänger Ian Kenny erklärt: „Als die Entscheidung gefallen war, ihn bei uns aufzunehmen, haben wir uns komplett auf ihn verlassen. Er sollte sich die ganz schweren, schwarzen Stiefel anziehen und alle in den Arsch treten. Und das tat er auch. Außerdem hat’s der Typ musikalisch einfach drauf – er ist wie der ‚Cleaner’, der an den Tatort kommt und aufräumt. Ein extrem talentierter Mann, dessen Ohren wir sehr schätzen.“

So verkrümelten sie sich für einige Monate im Studio in Perth. Anders als bei „Themata“ – ein Album, das größtenteils der Vision von Gitarrist Drew Goddard entsprang – hatte sich die Band diesmal die Schaffung eines kollektiven Werkes vorgenommen. Also schrieben sie als Einheit, jammten, improviserten, analysierten, experimentierten, überdachten, kürzten, überarbeiteten, testeten und untersuchten sie jede Kleinigkeit jedes einzelnen Taktes. Aber warum zum Henker dauerte das so lange? „Wir sind eben furchtbar pedantische, zwanghaft besessene Songwriter“, schmunzelt Gitarrist Mark ‘Hoss’ Hosking, „wir tüfteln noch an Sachen herum, die wir schon vor langer Zeit in Ruhe hätten lassen sollen. Doch das ist die Art und Weise, wie Karnivool eben arbeitet – wir lassen Dinge nicht einfach so, wenn wir das Gefühl haben, wir könnten daran noch etwas verbessern.“

„Es hat so lange gedauert, weil wir unsere Ziele von Anfang an extrem hoch gesteckt haben“, sagt Drew. „Wir wollten uns ganz bewusst selbst fordern, darum wurde es ein langer, zermürbender Prozess. Es war so eine Mischung aus mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand und seltenen Momenten purer Freude, wenn dann alles zusammen passte. Wir begannen den Aufnahmeprozess mit vielen unfertigen Songs, wir waren noch am Schreiben und Zusammenstellen.“

„Es liegt in unserer Natur, jeden erdenklichen Weg auszuprobieren, um das beste Ergebnis zu erzielen“, sagt Kenny. „Das Album zu schreiben war wie fünf erhitzte musikalische Geister, die sich zur Fütterungszeit um einen Trog balgen, man stößt zwangsläufig mit den Köpfen zusammen – es braucht einige Zeit, bis man sich da durchgearbeitet hat.“

„Wir wollten mehr Tiefe“, fährt Drew fort, „dies war das erste Mal, dass wir ein Album als Band schrieben und jeder seinen Beitrag leistete, mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen. Es war ein grundlegendes Ding – einen Weg zu finden, die Sache klanglich in Angriff zu nehmen und dabei mehr Farben, mehr Struktur und Dynamik zu erreichen. Ich persönlich mag Alben, die man nicht vom ersten Moment an liebt, sondern bei denen einen etwas fasziniert und es bei jedem Hören wächst. So eine Art Album bewusst zu schreiben, ist allerdings sehr schwierig. Es ist nahezu unmöglich, denke ich, einen Song zu schreiben, den man nicht sofort versteht, sondern erst mit der Zeit lieben lernt. Aber es ist uns zu einem Gutteil auf ‚Sound Awake’ gelungen.“

Das Ergebnis, so intuitiv und zweifellos meilenweit entfernt von „Themata“, ist ein ausufernde Opus. „Sound Awake“ ist ein Album, das sich auf Umwege begibt und dann wieder verweilt, auf dem jedes Stück seinen eigenen Weg geht, ungeachtet von Konventionen und traditionellen Strukturen. Betrachtet man das Spektrum vom gigantischen Bass-Brummen des Album-Openers „Simpleboy“ bis zum taumelnden Groove und Jazz-Metal-Flavour von „Goliath“, wird sofort klar, das Karnivool hier eine Schippe draufgelegt haben, sowohl musikalisch als auch klanglich. Ian Kenny ist fraglos einer der besten australischen Sänger, seine hohe, gefühlsgeladene Stimme schwebt über dem Song „New Day“ und verleiht Karnivools epischem Songwriting Flügel.

Mit einem mächtigen Power-Refain ausgestattet, werden auf „All I Know“ geschmeidige Gitarren-Riffs vor einer Brandung überlappender Delays miteinander verwoben, bevor das schaurig-melancholische Falsett von „The Medicine Wears Off“ - quasi als Zwischenakt – die zweite Hälfte von „Sound Awake“ einläutet. Mit „The Causal Lure“ und „Illumine“ lässt die Band zwei ihrer umwerfendsten Beispiele ihrer musikalischen Zauberkunst auf den Hörer los: beide enthalten komplexe Riff-Algorhythmen, ergeben jedoch jeweils durch Kennys verblüffende Melodien letzten Endes wieder Sinn. Anschließend entfaltet sich das gewaltige, zehnminütige Epos „Deadman“ in spektakulär steigernder Weise. Dann greifen Karnivool „Themata’s Change: Part One“ auf, das sie unter Zuhilfenahme eines finsteren Xylophons frei überarbeiteten und den Boden bereiten für den abschließenden Höhepunkt des Albums: das donnernde „Change: Part Two“.
Auf den Punkt gebracht ist „Sound Awake“ eine kaleidoskopisches, multidimensionales Meisterwerk. Savells Produktion lässt nur annähernd adäquat als „unglaublich“ beschreiben.
„Das ist Album ist zwar ‚heavy’, aber nicht im Sinn von traditionellem ‚Heavy Metal’ oder ‚Heavy Riffing’ – es ist viel mehr emotional ‚heavy’“, sagt Drew, „es lastet auf dir. Ich denke, wir haben ein paar Emotionen geweckt, die wir vorher nicht zwangläufig empfunden hatten und begaben uns in Bereiche, wo wir uns nicht wohl fühlten. Aber ich denke, das macht gute Musik aus.“
„Das Album war wirklich eine Herausforderung“, pflichtet Hoss bei. „Die Musik umfasst ein großes Spektrum und verlangt dem Hörer maximale Aufmerksamkeit ab. Und ich glaube, das ist auch genau der Grund, warum das Album Karnivool-Fans gefallen wird.“
Der erste Song, mit dem die Band ans Radio geht, mit dem Titel „Set Fire To The Hive“ klingt nicht nur wie kein anderes Stück des Albums, sondern auch wie nichts, was die Karnivool jemals zuvor veröffentlicht haben: rougher Uptempo-Prog-Punk mit verzerrtem Gesang, den Kenny mit der gebotenen Giftigkeit abliefert. „‚Set Fire To The Hive’ ist ein Song, den wir in einer eigenartigen Stimmung schrieben, als wir alle sehr von Band-externen Sachen frustriert waren. Und das kann man in dem Song hören – es ist, als wenn wir alle ‚FAAAARK!!’ schreien. Es ist definitiv der derbste Moment auf dem Album, das schwarze Schaf unter den Songs.“
„In dieser Stimmung kam die Band auch auf den Titel ‚Sound Awake’“, erläutert Kenny. „Mit der Platte haben wir alles in Frage gestellt, denn wenn wir damit aufhören, sind wir am Arsch. Der Begriff ‚Sound Awake’ kam von der Vorstellung, in einer Umgebung wach zu bleiben, in der so einfach ist, abzuschalten. Der Titel steht auch dafür, dass es eine Herausforderung ist, die Platte in einer Sitzung durchzuhören – das wird für einige Leute eine ziemliche Prüfung. Das ist ein ziemlicher Brocken, den man nicht so leicht runter bekommt.
Hat die Band möglicherweise einen guten Tipp für ihre Fans, wie man sich dem widerborstigen Biest nähern kann? „Mit diesem Album wollten wir uns herausfordern, nicht nur als Einzelpersonen, sondern als Kollektiv“, sagt Hoss. „Es ist ein großer Schmelztiegel, in dem sich alle unsere Ideen auskristallisieren. Ich hoffe wirklich, dass die Menschen es mögen. Es ist ein Epos.“
Kenny denkt eine Sekunde nach, bevor er antwortet. „Dieses Album wird einem auch in Zukunft immer wieder etwas geben. Jeder Track hat eine unglaubliche klangliche Tiefe und ich höre immer noch so viele Untertöne und die Gründe, warum jeder Song so klingt, wie er es jetzt tut. Man sollte mit einem neuen Album immer seine Hörer fordern. Gib ihnen etwas Neues, etwas Anderes, etwas Inspirierendes, denn wenn du dich in solchen Sphären bewegst, bist du immer dein Geld wert.“

Das letzte Wort soll aber Bassist Jono vorbehalten sein: „Dreht auf! LAUT!!“.

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