BRIAN ENO - HALF SPEED VINYL (2nd BATCH)

Release Date: 
16.11.2018
Label/Vertrieb: 
Virgin/EMI-Universal Music

Am 16. November 2018 veröffentlicht UMC / Virgin EMI 2LP Heavyweight Vinyl Klappcover Editionen der wegweisenden Brian Eno-Alben ‘Discreet Music’, ‘Music For Films’, ‘Music For Airports’ und ‘On Land’.

Die Veröffentlichung ist die zweite dieser Art, nachdem schon letztes Jahr ‘Here Come The Warm Jets’, ‘Taking Tiger Mountain (By Strategy)’, ‘Another Green World’ und ‘Before and after Science’ als limitierte Half Speed Master Editionen erschienen sind.

Diese vier innovativen Werke erscheinen zwar nicht direkt hintereinander, markieren aber wichtige Stationen der faszinierenden Reise, auf der Brian Eno sich mit generativer Musik, gefundenen Sounds und ‘Nicht-Instrumenten’, Studioexperimenten und ‘figurativer Musik’ beschäftigte und – vor allem – auf Erik Saties ‘Musik als Möbel’-Konzept aufbaute und damit letztlich den ins Standardvokabular übergegangenen Begriff ‘Ambient’ prägte.

Diese Deluxe Reissues würdigen nicht nur vier weitere Highlights in Brian Enos berühmtem Katalog, sondern auch veritable musikalische Meilensteine, die die Messlatte für seine Nachfolger sehr hoch gelegt und sein gesamtes Werk geprägt haben, welches auch heute noch als der Inbegriff dieses Genres gilt.

Jedes dieser gefeierten Alben erstreckt sich jetzt über zwei 180g-Vinylplatten, die auf 45rpm abgespielt werden und von Miles Showell in den Abbey Road Studios neu auf Half-speed remastert wurden, so dass sie besser klingen als jemals zuvor.

 

‘Discreet Music’

1975

 

Schon seine früheren Arbeiten mit Robert Fripp auf ‘No Pussyfooting’ und einige andere Stücke von seinem eigenen Album ‘Another Green World’ lassen ähnliche Ideen erkennen, aber ‘Discreet Music’ ist ein deutlicher Schritt in Richtung des Ambient-Sounds, den Eno später mit dem 1978 erschienenen ‘Ambient 1: Music for Airports’ endgültig manifestieren würde.

Die erste Inspiration zu dem Album kam Eno, als er nach einem Unfall im Krankenhaus lag. Er war ans Bett gefesselt und hörte ein Album mit Harfenmusik aus dem 18. Jahrhundert. Allerdings war die Lautstärke zu niedrig und er konnte den Lautstärkenregler nicht erreichen. Draußen regnete es und Eno erinnert sich, dass er mehr und mehr auf den Regen hörte – mit "gelegentlichen Tupfern von Harfe, die gerade laut genug waren, um durch den Regen zu dringen."

"Für mich war das eine neue Art, Musik zu hören – als Teil der Atmosphäre eines Raumes, genauso wie die Farbe des Lichts und der Klang des Regens Teil dieser Atmosphäre waren", stellte er fest.

Auf der A-Seite des Albums befand sich der 30-Minüter ‘Discreet Music’, den Pitchfork als “einen der besten Ambienttracks, den Brian Eno je produziert hat” beschrieb. Für den Track nutzte er zwei sich überschneidende Tape-Loops von melodischen Synthesizer-Phrasen unterschiedlicher Länge. Diese Technik wurde als ‘Frippertronics’ bekannt; eine von Enos frühen Streifzügen in algorithmische, generative Komposition, bei dem er verschiedene Arten, Musik mit möglichst wenig Vorplanung und Intervention zu machen, erforschte.

Die zweite Hälfte des Albums heißt ‘Three Variations on the Canon in D Major by Johann Pachelbel’ mit dem Cockpit Ensemble, welches kurze Auszüge aus dem Score spielt, die mehrmals wiederholt wurden, wobei die Geschwindigkeit und andere Elemente nach und nach verändert wurden – das Endergebnis “zwang den Hörer, grundlegende Hörweisen in Frage zu stellen”, verkündete Pitchfork.

Doppelvinyl - Aufteilung:

 

Side A    

‘Discreet Music Part One’ (15:34)

Side B

‘Discreet Music Part Two’ (15:41)

Side C

‘Fullness of Wind’ (9:57)

Side D

‘French Catalogues’ (5:18)

‘Brutal Ardour’ (8:17)

 

‘Music For Films’

1976

Die BBC nannte dieses Konzeptalbum “das wohl unbemerkt einflussreichste seiner Werke”. Gedacht war es als Soundtrack für imaginäre Filme und Ausschnitte davon tauchten später in Filmen von Regisseuren wie John Woo und Derek Jarman auf.

Das Album ist eine lose Sammlung von Material aus kurzen Stücken, die zwischen eineinhalb und etwas über vier Minuten lang sind. Damit ist es eine Art Gegenentwurf zu den langen Ambienttracks, für die Eno später bekannt wurde. Der Kompositionsstil und das Equipment, das er nutzte, setzten sich in seiner Arbeit an David Bowies 1977 erschienenem Klassiker ‘Low’ fort.

Anders als Enos spätere Ambient-Werke, ist die klangliche Vielfalt von ‘Music for Films’ größer und seine Studioexperimente werden durch Instrumentalbeiträge von Rhett Davies, John Cale, Phil Collins, Robert Fripp, Fred Frith, Percy Jones, Bill MacCormick, Dave Mattacks, Paul Rudolph und Rod Melvin ergänzt.  

Doppelvinyl - Aufteilung:

 

Side A

‘M386’ (2:50)

‘Aragon’ (1:37)

‘From The Same Hill’ (2:58)

‘Inland Sea’ (1:23)

 

Side B

‘Two Rapid Formations’ (3:24)

‘Slow Water’ (3:16)

‘Sparrowfall’ (1) (1:11)

‘Sparrowfall’ (2) (1:45)

‘Sparrowfall’ (3) (1:23)

 

Side C

‘Quartz’ (2:02)

‘Events In Dense Fog’ (3:43)

‘There Is Nobody’ (1:42)

‘A Measured Room’ (1:41)

‘Patrolling Wire Borders’ (1:02)

 

Side D

‘Task Force’ (1:20)

‘Alternative 3’ (3:11)

‘Strange Light’ (2:08)

‘’Final Sunset’ (4:16)

 

 

‘Music For Airports’

1978

 

Es ist zwar nicht der erste Beitrag zu dem Genre (und Eno behauptet auch nicht, es erfunden zu haben), aber ‘Ambient 1 (Music For Airports)’ war definitiv das erste Album, das explizit als ‘Ambient Music’ bezeichnet wurde.

 

Eno hatte schon zuvor auf Alben wie ‘Evening Star’, ‘Discreet Music’ und auf Harold Budds ‘The Pavilion of Dreams’ (welches er produziert hat) ähnlich ruhige Musik kreiert, aber auf diesem Album war es zum ersten Mal die Grundlage und ein zusammenhängendes Konzept. In diesem kurzen Essay lieferte er 1978 seine Erklärung und seine Zukunftsvision für Ambient Music.

Die Idee zu ‘Music For Airports’ kam Brian Eno, als er einmal mehrere Stunden im Flughafen Köln/Bonn verbrachte und ihn die seelenlose Geräuschkulisse und die daraus entstehende Stimmung nervte. Die Aufnahme sollte als Klanginstallation permanent geloopt werden, wodurch die angespannte Atmosphäre von Flughafenterminals aufgelöst und die üblichen Elemente der typischen ‘Konservenmusik’ absichtlich gemieden werden sollten.

Auf dem Album haben Robert Wyatt und Rhett Davies mitgewirkt.

Nach ‘Ambient 1 (Music For Airports)’ kam ‘Ambient 2 (The Plateaux of Mirror)’ von Harold Budd und Brian Eno und ‘Ambient 3 (Day Of Radiance)’ von Laraaji, welche Eno ebenfalls produzierte.

 

Doppelvinyl - Aufteilung:

 

Side A

‘1/1’ (16:30)

Side B 

‘2/1’ (8:20)

Side C

‘1/2’ (11:30)

Side D

‘2/2’ (6:00)

 

 

‘On Land’

1982

 

Auf ‘Ambient 4 (On Land)’ – der letzten Veröffentlichung in Enos Ambient-Serie – verschob sich seine Klangpalette von electro-mechanisch und akustischen Instrumenten zu “Nicht-Instrumenten” wie Ketten, Stöcken und Steinen.

 

“Eine der größten Freiheiten der Musik war es, dass ich auf nichts Bezug nehmen musste – niemand hörte sich ein Musikstück an und sagte ‘Was soll das sein?’, so wie man das bei einem abstrakten Gemälde erwarten könnte; Musik wird als abstrakt akzeptiert. Ich wollte versuchen, Musik zu machen, die Bildhaft ist und z. B. verschiedene echte Geräusche einbauen”, erklärte er im Mojo Magazin.

In einer absolut wegweisenden frühen Version einer Technik, die später als ‘Remixen’ bekannt werden würde, erklärte Eno: “Für ‘On Land’ verwandte ich nicht nur Aufnahmen von Krähen, Fröschen und Insekten, sondern auch alles, was ich zuvor an Musik produziert hatte. Ich gab auch unveröffentlichte Bänder in den Mix – es war ein ständiges Füttern, Remixen, Wegnehmen und Kompostieren.”

Es kommen aber auch konventionelle Instrumente vor, wie z. B. die Trompete von Jon Hassell und der Bass von Bill Laswell. Auch Michael Brook und Daniel Lanois wirkten auf dem Album mit.

Doppelvinyl - Aufteilung:

 

Side A 

01: ‘Lizard Point’ (4:30) 

02: ‘The Lost Day’ (9:29) 

 

Side B 

01: ‘Tal Coat’ (5:48) 

02: ‘Shadow’ (3:03) 

 

Side C 

01: ‘Lantern Marsh’ (5:35) 

02: ‘Unfamiliar Wind’ (5:16) 

 

Side D 

01: ‘A Clearing’ (4:06) 

 

02: ‘Dunwich Beach, Autumn 1960’ (7:08)  

 

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